Sonntag, 22. November 2015

Pauschaltourist. (Oder: Hippogucken 2.0)

Konitschiwa, liebe eisige Kartoffeln.
Ich hab gehört, es gab schon den ersten Schnee? Ich begreif immer noch nicht ganz, dass nun schon Ende November ist. Das wird der erste Winter ohne Schnee, das erste Weihnachten ohne Weihnachtsmänner, die die Fassaden der Einkaufsläden in der Fußgängerzone hochklettern. Und ich freu mich drauf! Ich hab mit ein paar anderen Freiwilligen zusammen geplant, über Weihnachten und Silvester nach Zanzibar zu fahren. Mal sehen, was letztendlich aus dem Plan wird, aber egal wie wir es verbringen, es wird definitiv das spektakulärste Weihnachten bisher.
Während ihr also fleißig Schnee schippt und Schals und Handschuhe raus kramt, genieße ich hier weiterhin die Sonne und die wunderbaren Moskitos, mit denen ich mir zahlreich meine Wohnung teile.
Mir geht’s hier immer noch mehr als gut und ich kann nicht ganz glauben, dass schon drei Monate rum sind. Gleichzeitig fühlt es sich wie eine Ewigkeit an, ich bin hier zuhause, Kasese ist mir vertraut und ich hoffe, dass sich die nächsten neun Monate wie eine Ewigkeit anfühlen werden. Der Gedanke, wieder am Münchner Flughafen anzukommen, ruft gemischte Gefühle hervor. Klar, es wird schön sein, Familie und Freunde wieder zu sehen, der alte vertraute Geruch, die alte vertraute Unfreundlichkeit und die alte vertraute Stadt. Aber jetzt im Moment freue ich mich mehr darüber hier zu sein, als über diesen Gedanken.
Gestern hab ich mich um fünf Uhr morgens aus dem Bett gequält, weil ich mit zwei anderen Freiwilligen aus Kasese Löwen-gucken gehen wollte. Mit anderen Worten: Ich war für einen Tag einer dieser Menschen, die man als Freiwilliger nach ein paar Wochen nur noch lächerlich findet, die mit ihren furchtbaren Tarnmuster-Klamotten, peinlichen Stoffhüten und dem albernen Ich-bin-ja-so-abenteuerlustig Getue im 4WD rumgeschippert werden, nur um danach zuhause Bilder zu zeigen und sagen zu können, man wäre in Afrika gewesen.
Entschuldigt die Beleidigungen, aber an und für sich halte ich von Safari-Touristen nicht so wirklich viel. Trotzdem war ich gestern einer davon. (Selbstverständlich ohne Tarnmuster und Hut!) Und es war toll. Löwen haben wir im Queen Elizabeth Nationalpark nicht gesehen, aber unser Guide hatte einen Minivan mit Schiebedach. Wir standen auf der Rückbank und haben aus dem Schiebedach rausgeschaut. Der Himmel war ziemlich beeindruckend zu der Zeit, graues Weltuntergangsflair hat sich mit weichem, sommerlichem Sonnenschein abgewechselt.
Wir waren wieder an einem Salzsee (?), so einem wie der Katwe-Lake, von dem ich euch letztes Mal ein Bild gezeigt habe.
Danach haben wir eine Bootstour gemacht, die das fast noch übertroffen hat. Wir lagen vorne auf dem Deck und das Wasserrauschen und der Ausblick waren unfassbar entspannend. Wir haben sehr viele Hippos und Wasserbüffel gesehen und als kleines Highlight auch eine Elefantenfamilie, die sich Am Kanalufer erfrischt hat.
Um ein Uhr waren wir dann fertig mit dem Programm und es hat sich angefühlt, als wären wir eine Ewigkeit unterwegs gewesen. Eine gute Ewigkeit.
War auf jeden Fall ein ziemlich eindrucksvoller Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Ich hoffe, die Fotos bringen das Erlebte zumindest annähernd gut rüber und ich hoffe auch, dass eure Heizungen alle funktionieren.

Auf bald!

Die Straße im Nationalpark mit Weltuntergangsflair

Viiiele Antilopen

Die Straße - schon nicht mehr ganz so Weltuntergangsmäßig

Der Vogel, der auch auf der ugandischen Flagge abgebildet ist
Baum + Vögel

Gruppenkuscheln

Der Salzsee

Ein Bisschen Paradies

THAT Look

Büffeldibüffedibüffel

Vogeldivogeldivogel

Ein ziemlich malerisches Kanu mit zwei Fischern

Der wohl entspannendste Platz der Welt auf dem Schiff

die wohl coolsten Tiere der Welt