Samstag, 30. April 2016

Mandazi Rezept und Familiengequatsche

Wasibiri Potatoes

Jetzt hat mich das Blogfieber also doch wieder gepackt. Monatelang kommt nichts und dann gleich zwei mehr oder (eher) weniger direkt hintereinander.
Wir hatten heute (Gast)familientag.
Zum Mittagessen hab ich für meine Gastmutter und die Kids Pfannkuchen gemacht. Das ist zwar auf den lokalen Kohleofen etwas schwieriger als am Herd bzw am Gaskocher, da es länger dauert und man die Hitze nicht regulieren kann, hat mir aber trotzdem großen Spaß gemacht, das Kochen hat mir nämlich seit meinem Umzug in die Gastfamilie doch sehr gefehlt.
Als Belag gabs dann Zimt/Zucker, ziemlich leckere Erdbeermarmelade, Bananenscheiben und Schokosauce.
Wie gut es letztendlich wirklich ankam, kann ich natürlich nicht sagen, aber mir wurde gesagt dass es schmeckt. Ein Junge meinte "Looks like Rolex" und er hat recht. Jetzt wisst ihr auch wie ihr euch rolex vorzustellen habt. Natürlich schmeckt es anders, da Chapati keine Pfannkuchen sind (keine Milch/Eier( und man als Pfannkuchenbelag normalerweise auch kein Omelett einrollt. Nichtsdestotrotz: Äußerlich unterscheidet sich beides nicht wirklich.

Da ich viel zu viel Teig gemacht habe, hat meine Gastmutter Biira dann vorgeschlagenen, dass wir den Rest des Teiges ja auch gleich zu Mandazi verarbeiten könnten.
So durfte ich ihr dann am abend auch beim Mandazizubereiten über die Schulter schauen.
Mandazi sind frittierte Teigklumpen (googelt das lieber nochmal für eone bessere Kurzbeschreibung, meine kulinarische Eloquenz ist nicht gerade ndeke - 'gut') und typisch ostafrikanisches Streetfood, wird, so wie ich das mitbekommen habe, gerne zum Frühstück bzw Abend-Porridge gegessen.
Da das Rezept super easy ist will euch mal dran teilhaben lassen.

Man nehme 1kg Mehl, 50gr Backpuler, einanhalb Tassen Milch, 250gr Zucker und optional Eier.
Schön moschen, bis der Teig ungefähr so zäh wird wie der für pizza, dann 15 Minuten stehen lassen.
Jetzt bestäubt ihr eure Arbeitsfläche mit Mehl und rollt den Teig etwa Fingerdick aus und schneidet Dreiecke/Vierecke oder Kreise mit Loch drin (Doughnuts), etwa so vier mal vier centimeter, könnt ihr aber nach eurem persönlichen belieben anpassen.
Dann legt ihr diese Teig-dingsis in eine Pfanne, die ihr mit Öl füllt - sollte bereits kochen. Genaue Zeitangaben kann ich euch nicht geben, da das von der Ofen/Herdart abhängt.aber sobald die eine Seite braun frittiert ist, wendet ihr sie und lasst auch die andere seite bräunen ( das kann vielleicht so 2 bis 10 Minuten insgesamt dauern), dann nehmtihr sie mit einer gelöcherten Schöpfkelle aus der Pfanne und legt sie für ein paar minuten irgendwo hin, damit das Öl abtropfen kann.
Wenn ihr sie klein (1qcm) und viereckig macht, werden sie "Daddies" genannt.
Mandazi werden hier eigentlich in den meisten kleinen Shops verkauft für umgerechnet ca 10 cent das Stück.

So falls ihr das zuhause probiert, würde ich mich über eine Rückmeldung freien.
Behabt euch wohl und bleibt schnittig.



















Der Arm meiner Gastmutter, wie er den ausgerollten Teig in Stücke schneidet. und rechts die Mandazi in der Frittierpfanne.























Die fertigen Mandazis























"Daddies"

Dienstag, 26. April 2016

Lang, lang ists her...

Bolhobolho liebe Kartoffeln,

irgendwie war ich in letzter Zeit zu sehr mit erleben beschäftigt und habs einfach nicht auf die Reihe bekommen, mich mal wieder zu melden.
Die Zeit rennt, habe ich festgestellt. Sie joggt nicht nur locker an mir vorbei, sie sprintet. Nichtmal mehr vier Monate. Kanns gar nicht begreifen.
Ich hab langsam angefangen mich auf Deutschland zu freuen, auf guten Käse, Schwarzbrot, schnelles Internet, Kälte und auf ein paar besondere Menschen.
Trotzdem, jetzt erstmal bin ich verdammt froh, noch ein bisschen hier sein zu können, genieße mein Leben und Kasese.
Was mir an Kasese aufgefallen ist, dass ich mich Tag für Tag mehr in die Stadt verliebe, während um mich herum irgendwie jeder hier raus will.
Ich liebe die Rwenzori Mountains, die malerischen Straßen, die tollen Cafes und Gärten, ich könnte mir keine schönere Stadt zum Leben vorstellen. Und trotzdem höre ich die ganze Zeit nur "Ich muss wieder nach Kampala, muss hier raus".
Wie auch immer, meiner Meinung nach ist ne Stadt das, was man draus macht und ich mach mir viel aus Kasese.
Solltest du also vorhaben, mal nach Uganda zu kommen, hör nicht auf die ganzen Reiseführer, die schreiben, dass Kasese einzig zur Durchreise zum Nationalpark gut ist und hör nicht auf Leute, die sagen, dass Kasese nichts zu bieten hätte. Das stimmt nicht, wirklich nicht.
Ich hatte letzten Monat einen Besucher aus Deutschland, mit dem ich ein Bisschen durch Uganda gereist bin. Waren im Südwesten, im Norden und in der Hauptstadt unterwegs. Der Nordern von Uganda ist der Wahnsinn!! Irgendwie sind die Leute dort anders, alles ist entspannter und freundlicher. Und heißer!

Ich entschuldige mich nochmal für die Funkstille, aber dafür jetzt ein paar Bilder von der Ugandareise, genauergesagt den drei Tagen die wir am Lake Bunyoni verbracht haben.
Machts gut, bis bald. Sehr bald... :(







Donnerstag, 14. Januar 2016

Lebenszeichen.

Hallo Kartoffeln!
Entschuldigt, ich bin eine schlechte Bloggerin.
Ich bin prima darin, Sachen anzufangen, aber wenns an durchhalten geht, bin ich 'ne Niete.

Deshalb jetzt also schön verspätet noch ein wunderbares Jahr für euch! Hoffe Weihnachten war erträglich?

Meins war sehr schön, Chiara kam nach Kasese und wir haben hier mit zwei anderen Freunden im Hotelzimmer mit hängendem Plastikbäumchen und Glühwein aus de Wasserkocher gefeiert.
Ein paar Tage später sind Chiara und ich dann nach Tansania aufgebrochen, da wir uns Silvester mit zwei anderen Volunteers auf Zanazibar treffen wollten.
Die Reise war länger als gedachte (Besonders die dreißig-stündige Busfahrt von Bukoba nach Dar es Salaam war kein Zuckerschlecken), aber lustig.
Gestartet sind wir in Mbarara, eine Stadt nah bei Chiara, von da aus nach Masaka. Da dann im Auto an die Grenze. An der Grenze lief alles reibungslos, Visa sofort bekommen und die Leute waren freundlich.
Von der Grenze haben wir dann einen Minibus (identisch zum ugandischen Matatu) nach Bukoba genommen. Die Fahrt war ziemlich abschreckend, da wir permanent angestarrt wurden (ja, klar, das gibt's in Uganda auch, aber weeiiitaus nicht so extrem) und zwei Frauen, die vor uns saßen usn sogar ungefragt fotografiert/gefilmt haben. An einem Stopp haben wir dann noch eine Prügelei zwischen zwei Sodaverkäufern mitbekommen, heißt der erste Eindruck von Tansania war erstmal sehr schlecht. Als wir dann abends in Bukoba angekommen sind, haben wir verzweifelt nach einem Hotelzimmer gesucht. Wir hätten schwören können, dass in keinem der fünf Hotels/Lodges in denen wir waren auch nur ein Gast war (teilweise standen auch Türen offen und man konnte in leere, unbesetzte Zimmer sehen), aber als wir versuchten, auf englisch nach einem Zimmer zu fragen, wurden wir jedesmal abgewiesen. Letztendlich haben wir dann doch noch ein sehr schönes Zimmer in einem sehr schönen Hotel mit einer sehr netten Rezeptionistin gefunden.
Ich möchte hier jetzt nicht rumstänkern und Tansania schlecht machen, schließlich haben wir nur einen winzigkleinen Teil des Landes gesehen und die Freiwilligen unserer Organisation, die nach Tansania entsendet wurden, schwärmen auch nur, aber wir sind wohl auf unserer Reise was das angeht auf die falschen Leute getroffen. Die unfassbare Hitze, die ich ja eigentlich dachte, aus Kasese schon gewöhnt zu sein, machte uns in Dar es Salaam, wo wir dann nach der langen Busfahrt ankamen, auch ganz schön zu schaffen.
Dort sah die Welt dann schon wieder ganz anders aus, eine sehr liebe Frau, die auch auf dem Weg nach Zanzibar war, half uns ein Hotel zu finden. Das war dann auch echt schön, mit kleiner Terrasse und guter Lage. In Dar es Salaam haben wir ein Bisschen westliches Leben genossen, waren in Malls, bei KFC, Subways, Shoppen und im Kino.
Ich hab das zwar alles hier bisher noch nie vermisst, aber es war auch mal schön.
Am 31. sind wir dann mit der Färe nach Zanzibar. Silvester haben wir auf einer riiiiesigen Strandparty verbracht, auf der gefühlt alle Volunteers aus ganz Afrika waren. Das Feuerwerk war mittelmäßig, aber der Strand wunderschön. Wir saßen dort den ganzen Abend, haben ein Bisschen Soda getrunken und gequatscht.
Da habe ich dooferweise auch meine Schuhe verloren, bzw. sie wurden mir geklaut als ich sie kurz unbeaufsichtigt im Sand habe liegen lassen. Die einstündige Rückfahrt in das Hotel habe ich dann also barfüßig bestritten. Nur die Harten kommen in den Garten!
Die Rückfahrt war noch lustiger als der Abend an sich und ziemlich abenteuerlich. Chiara und ich saßen mit vier anderen Partygästen zusammengequetscht im Auto und hatten ne Menge Spaß.
 Da mit der Planung was das Hotelzimmer anging (wir musste letztendlich 50 Dollar für eine runtergekommene Absteige zahlen) so einiges schief gelaufen ist , sind wir am 1. dann auch wieder nach Dar es Salaam aufgebrochen und haben unser westliches Kino-KFC-Konsumieren-Programm weiter fortgesetzt. Unser Hostelzimmer da war leider nicht so super und komplett überteuert, aber es waren trotzdem ein paar schöne Tage.
Die lange Busfahrt von Dar es Salaam nach Bukoba war diesesmal auch um einiges erträglicher!
In Bukoba lief dann diesesmal auch alles glatt, hatten ein tolles Hotelzimmer und einen wunderwunderschönen Abend auf dessen Dachterasse.
Auch wenn die Reise wirklich Spaß gemacht hat - wobei, ohne Chiara wäre ich vermutlich schon auf der Hinreise in Bukoba verzweifelt - waren wir beide wieder seeehr froh, zurück in Uganda zu sein. Es hat sich ein Bisschen nach Nachhausekommen angefühlt, ganz besonders als ich, nachdem ich noch ein paar Tage bei Chiara verbracht habe, wieder in Kasese angekommen bin. Ich liebe diese Stadt einfach immernoch viel zu sehr!
Es war die ersten Nächte erstmal etwas komisch, wieder alleine zu sein, da wir ja wirklich 24/7 zu zweit waren, aber mittlerweile ist wieder alles wie davor. Ich freu mich riesig auf mein Tailoring-Projekt, das nächste Woche startet (aber davon erzähl ich euch nächstes mal mehr), bin froh wieder in der Gastfamilie zu sein, in die ich vor einem Monat gezogen bin und fühl mich wieder komplett zuhause.

Wie ihr hört, geht es mir immer noch seeehr sehr gut hier!
Und euch so? Ich hab gehört, am Wochenende ist in Nürnberg Schnee gemeldet?


Ich sag jetzt mal Bukayghe und bis zum nächsten Mal und lass euch mit ein paar Bildern zurück.

Aus dem Busfenster raus 
Im Bus

Sansibar


Dienstag, 8. Dezember 2015

Kochen mit Lu

So ihr lieben Kartoffeln!

Heute gibt’s zwei leckere und einfache Rezept aus Kasese.

Nummero Uno: Chapati
Eigentlich ja indisch, aber gibt’s auch hier überall, in Restaurants, an Straßenständen – und neuerdings in meiner Küche. Sind nämlich super einfach selbst zu machen!
Ihr braucht im Prinzip nur: Mehl, Öl, Wasser und etwas Salz und optional noch Chilipulver.
Erstmal das Mehl eine Schüssel geben und mit dem Salz und evtl. Chilipulver vermischen. Dann langsam Wasser dazugeben, bis ein sehr zäher Teig entsteht (von der Konsistenz her ungefähr so wie roher Pizzateig, wenn nicht noch zäher), dann noch zwei oder drei Esslöffel Öl dazu und nochmal schön durchkneten. Jetzt lasst ihr den Teig zehn Minuten ziehen. Dann trennt ihr etwa eine handvoll Teig ab und rollte ihn auf einem mit Mehl bestäubten Brett aus. Sollte ungefähr so groß werden wie eure Pfanne und etwa einen Zentimeter dick – maximal.
Jetzt ab damit in die ungeölte (!) Pfanne und die Herdplatte auf eine eher kleine Flamme einstellen.
Wenn ihr das Gefühl habt, dass das Chapati stabil genug zum Wenden ist (so etwa nach ein bis vier Minuten, abhängig vom Herd), macht ihr das und wartet so lange, bis er auf beiden Seiten durch ist. Sollte ungefähr so aussehen wie Pfannkuchen, also leicht braun an manchen Stellen.
Dann nehmt ihr euch ein Papiertaschentuch her und tränkt das in Öl. Damit betupft ihr jetzt nocheinmal das Chapati und e voilá das wars auch schon. Geht schnell und schmeckt gut!

Dann, Rezept Nummer zwei; ein Guacamole-Nudelsalat, abgeschaut aus meinem Lieblingscafé Jambo hier in Kasese
Man nehme: ca zwei Hände voll Nudeln (obvious), eine reife Avocado, einen halben Apfel, eine kleine Karotte, eine große Tomate, eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer.
Zuerst kocht ihr die Nudeln, wies auf der Packung steht und lasst sie dann abkühlen. Während die Nudeln also abkühlen, bereitet ihr schonmal die Guacamole zu. Dafür löffelt ihr die Avocado aus und zermatscht sie, schält bzw. wascht die Tomate, Karotte, Zwiebel und den Apfel und schneidet sie in möglichst kleine Stückchen. Dann zerdrückt ihr eine Knoblauchzehe (wer kein Knoblauch mag – Karin - kann das natürlich auch gerne weglassen) und mischt auch die bei und schmeckt das ganze mit Salz und Pfeffer ab. Dann noch die kalten Nudeln dazu, alles gut vermischen und tadaa: Der beste Nudelsalat der Welt.

Fotos gibt’s heute nicht, weil ihr mit euren aufgedrehten Heizungen und Weihnachtsmannmützen vermutlich eh nur vor Neid platzen würdet.
Weihnachtlich ist es hier überhaupt nicht, dafür aber immer noch wunderschön. Über die Feiertage geht’s dann mi drei anderen Volunteers nach Tansania und über Silvester schippern wir nach Zanzibar über. Auf die lange Busreise freue ich mich eher weniger, auf Tansania dafür umso mehr.
Habt ein paar schöne, eiskalte Tage und lasst mal von euch hören.

Bukaghye!

Sonntag, 22. November 2015

Pauschaltourist. (Oder: Hippogucken 2.0)

Konitschiwa, liebe eisige Kartoffeln.
Ich hab gehört, es gab schon den ersten Schnee? Ich begreif immer noch nicht ganz, dass nun schon Ende November ist. Das wird der erste Winter ohne Schnee, das erste Weihnachten ohne Weihnachtsmänner, die die Fassaden der Einkaufsläden in der Fußgängerzone hochklettern. Und ich freu mich drauf! Ich hab mit ein paar anderen Freiwilligen zusammen geplant, über Weihnachten und Silvester nach Zanzibar zu fahren. Mal sehen, was letztendlich aus dem Plan wird, aber egal wie wir es verbringen, es wird definitiv das spektakulärste Weihnachten bisher.
Während ihr also fleißig Schnee schippt und Schals und Handschuhe raus kramt, genieße ich hier weiterhin die Sonne und die wunderbaren Moskitos, mit denen ich mir zahlreich meine Wohnung teile.
Mir geht’s hier immer noch mehr als gut und ich kann nicht ganz glauben, dass schon drei Monate rum sind. Gleichzeitig fühlt es sich wie eine Ewigkeit an, ich bin hier zuhause, Kasese ist mir vertraut und ich hoffe, dass sich die nächsten neun Monate wie eine Ewigkeit anfühlen werden. Der Gedanke, wieder am Münchner Flughafen anzukommen, ruft gemischte Gefühle hervor. Klar, es wird schön sein, Familie und Freunde wieder zu sehen, der alte vertraute Geruch, die alte vertraute Unfreundlichkeit und die alte vertraute Stadt. Aber jetzt im Moment freue ich mich mehr darüber hier zu sein, als über diesen Gedanken.
Gestern hab ich mich um fünf Uhr morgens aus dem Bett gequält, weil ich mit zwei anderen Freiwilligen aus Kasese Löwen-gucken gehen wollte. Mit anderen Worten: Ich war für einen Tag einer dieser Menschen, die man als Freiwilliger nach ein paar Wochen nur noch lächerlich findet, die mit ihren furchtbaren Tarnmuster-Klamotten, peinlichen Stoffhüten und dem albernen Ich-bin-ja-so-abenteuerlustig Getue im 4WD rumgeschippert werden, nur um danach zuhause Bilder zu zeigen und sagen zu können, man wäre in Afrika gewesen.
Entschuldigt die Beleidigungen, aber an und für sich halte ich von Safari-Touristen nicht so wirklich viel. Trotzdem war ich gestern einer davon. (Selbstverständlich ohne Tarnmuster und Hut!) Und es war toll. Löwen haben wir im Queen Elizabeth Nationalpark nicht gesehen, aber unser Guide hatte einen Minivan mit Schiebedach. Wir standen auf der Rückbank und haben aus dem Schiebedach rausgeschaut. Der Himmel war ziemlich beeindruckend zu der Zeit, graues Weltuntergangsflair hat sich mit weichem, sommerlichem Sonnenschein abgewechselt.
Wir waren wieder an einem Salzsee (?), so einem wie der Katwe-Lake, von dem ich euch letztes Mal ein Bild gezeigt habe.
Danach haben wir eine Bootstour gemacht, die das fast noch übertroffen hat. Wir lagen vorne auf dem Deck und das Wasserrauschen und der Ausblick waren unfassbar entspannend. Wir haben sehr viele Hippos und Wasserbüffel gesehen und als kleines Highlight auch eine Elefantenfamilie, die sich Am Kanalufer erfrischt hat.
Um ein Uhr waren wir dann fertig mit dem Programm und es hat sich angefühlt, als wären wir eine Ewigkeit unterwegs gewesen. Eine gute Ewigkeit.
War auf jeden Fall ein ziemlich eindrucksvoller Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Ich hoffe, die Fotos bringen das Erlebte zumindest annähernd gut rüber und ich hoffe auch, dass eure Heizungen alle funktionieren.

Auf bald!

Die Straße im Nationalpark mit Weltuntergangsflair

Viiiele Antilopen

Die Straße - schon nicht mehr ganz so Weltuntergangsmäßig

Der Vogel, der auch auf der ugandischen Flagge abgebildet ist
Baum + Vögel

Gruppenkuscheln

Der Salzsee

Ein Bisschen Paradies

THAT Look

Büffeldibüffedibüffel

Vogeldivogeldivogel

Ein ziemlich malerisches Kanu mit zwei Fischern

Der wohl entspannendste Platz der Welt auf dem Schiff

die wohl coolsten Tiere der Welt

Montag, 26. Oktober 2015

Hippogucken.

Wabukyire, meine lieben Kartoffeln,

Bevor's losgeht, erstmal liebe Grüße und ein fettes Danke an Hedi und Anna, von denen ich tatsächlich eine belanglose Email mit ein paar Infos aus Deutschland bekommen habe. Hab mich riesig gefreut!

Ich bin ja zur Zeit mehr oder weniger dabei, die Sprache hier, Lukonzo, zu lernen. Und was das angeht; die Sprache wäre der einzige Grund, wieso ich gern in der Umgebung von Kampala leben würde. Dort spricht man hauptsächlich Luganda, eine schön-klingende, seeeehr viel einfachere Sprache. Nicht, dass Lukonzo nicht schön klingt, aber einfach ist es wirklich nicht.
Lustig finde ich, dass "Ich verstehe nicht" auf Lukonzo "Singathayiteghererya" heißt, was laut meinem Sprachlehrer ja super einfach ist, weil's ja nur ein Wort für einen ganzen Satz ist. Ha ha. Viel Spaß bei dem Versuch, den Buchstabensalat mal auszusprechen.

Ich will euch trotzdem mal ein paar Alltags-Floskeln beibringen. Wenn ich zurück komme, haben wir dann eine "Geheim"sprache, die nur wir verstehen und alle Leute denken, es handelt sich um 'ne Verschwörungstheorie. Very cool, richtig?


  • Also, dass Wabukyire ("Wabutschire") 'Guten Morgen' heißt, habt ihr wahrscheinlich mittlerweile begriffen.
  • Wenn man eine Person ein zweites mal an einem Tag sieht oder 'Guten Nachmittag' sagen will, heißt das Wasibiri (ausgesprochen wie man's schreibt)
  • 'Wie gehts dir?' kann entweder Yiri wahe ("Jiri wahe") heißen oder Wuneyo (Ausgesprochen wie mans schreibt, aber mit einem stummen "w")
  • Die Antwort darauf ist Nimerembe ("Nimärämbä") oder Nibuholho ("Nibuhollo"), was beides so viel wie "Alles friedlich" heißt.
  • "Danke" heißt Wasingya ("Wuasintscha") und ist so das Wort, dass man hier am häufigsten hört. Danke fürs Kochen (Wasingya eritsumba - "Wuasintscha erizumba"), Danke fürs Kommen (Wasingya eryasa - "Wuasintscha erijasa"), Danke fürs Dankesagen (Wasingya erisima - "Wuasintscha erisima"), Vielen Dank, (Wasingya kutisbu - "Wuasintscha kutsibu")


So, das war jetzt mal eure erste Unterrichtsstunde, übt fleißig, beim nächsten Mal geht's weiter und wenn ich zurück in Deutschland bin, erwarte ich ein selbstgedichtes Lied auf Lukonzo.

Weiter im Programm. Gestern war ich mit einem Freund, der hier eine Ausbildung zum Tourguide macht, am Queen Elizabeth Nationalpark. Wir haben uns ein Auto samt Fahrer für den Tag gemietet (Gott, ich vermiss Autofahren, hätte mir mal einen internationalen Führerschein beantragen sollen, bevor ich hergekommen bin) und sind losgedüst, was ziemlich cool war, da seine Schule direkt am/im Park ist und er die ganzen guten Orte kennt. So haben wir Büffel, Paviane, Hippos, Antilopen und Flamingos aus nächster Nähe gesehen. Da ich schon öfter durch den Nationalpark gefahren bin, um Chiara zu besuchen (Sie wohnt praktisch am anderen Ende des Parks), hab ich schon das ein oder andere Mal Elefanten gesehen, nur leider immer mindestens so fünf Meter entfernt. Hatte die Hoffnung, dass wir gestern welche näher sehen, war aber leider nicht der Fall.
Trotzdem, war ein richtig toller Tag und ich hab mich noch ein Bisschen mehr in die Gegend hier verliebt.
Um euch ein Bisschen neidisch zu machen, kommen hier mal die Bilder von gestern:

Katwe-Lake, die Quadrate im Wasser dienen zur Salzgewinnung

Ein Pavian auf der Straße

Ein Pavian auf dem Auto

Eine Antilope

Büffel

Ein... See, whoop whoop!

Das Auto, das uns rumgeschippert hat und eine menschenleere Straße

Noch ein Büffel, guck mal wie niedlich der guckt!

Loch Ness

Flamingos mit Kühen

Flamingos ohne Kühe


Freitag, 2. Oktober 2015

Ameisenhaufen.

Huhu, Hi, Hallo,

ich bin endlich wieder in Kasese. Vorgestern musste ich nach Kampala, um meinen Pass fuer die Workpermit abzugeben und die eine Nacht in dieser Stadt hat mir schon wieder gereicht. Nicht nur, dass es mit dem Bus locker acht Stunden sind, mein Hauptproblem ist, dass Kampala einfach wahnsinnig stressig ist. Zumindest der Towncenter. Die Stadt sieht aus, wie ein uebergrosser Ameisenhaufen.Ein wimmelnder Ameisenhaufen aus Menschen, Bodas, Taxis und Autos. Die Gebaeude sind gigantisch, die Strassen viel zu eng fuer die ganzen Menschen. Klar, man hat eine riessige Auswahl, was gigantische (Ja, alles ist dort irgendwie gigantisch, das Wort triffts am besten) Supermaerkte angeht und es gibt hier sogar Nicht-Toastbrot und Kaese, das wars aber schon. Leben koennte ich in Kampala jedenfalls nicht, zumindest nicht in Zentrumnaehe. Jetzt begreif ich auch, wieso die anderen Volunteers zu mir meinten, dass man ab und zu aus Kasese raus muss. Um dann wieder zu wissen, warum man gern hier ist.
Kasese pulsiert nicht wie Kampala, alles ist ruhiger, heisser, leerer und nicht so hektisch.
Bodafahrten sind in Kampala uebrigens auch so ne Sache. Als ich den Bodafahrer gefragt habe, ob er weiss wo das Office fuer Internal Affairs ist, meinte er Ja. Nachdem wir eine halbe Stunde durch Kampala gerast (Ich hatte dezente Todesangst) sind - und ich haette schwoeren koennen dass wir an dem ein oder anderen Gebaeude zweimal vorbei sind - hatte er sich dann dazu durchgerungen einen anderen Bodafahrer zu fragen wo denn das Office ist. Nachdem dieser ihm das erklaert hatte, klang es so, als haette er das jetzt verstanden. Nachdem wir dann aber weitere zwanzig Minuten mehr oder weniger im Kreis gefahren sind, hat er es aufgegeben und gemeint, ich soll mit einem anderen Bodafahrer fahren, der mich dann auch schliesslich - nach knapp einer Stunde - zum Office bringen konnte.
Long Story short, Ich bin froh wieder hier zu sein. Kasese ist wunderschoen.
See you und meldet euch doch mal bei mir. Ich will Geschichten aus Deutschland hoeren, irgendwas belangloses!