Montag, 26. Oktober 2015

Hippogucken.

Wabukyire, meine lieben Kartoffeln,

Bevor's losgeht, erstmal liebe Grüße und ein fettes Danke an Hedi und Anna, von denen ich tatsächlich eine belanglose Email mit ein paar Infos aus Deutschland bekommen habe. Hab mich riesig gefreut!

Ich bin ja zur Zeit mehr oder weniger dabei, die Sprache hier, Lukonzo, zu lernen. Und was das angeht; die Sprache wäre der einzige Grund, wieso ich gern in der Umgebung von Kampala leben würde. Dort spricht man hauptsächlich Luganda, eine schön-klingende, seeeehr viel einfachere Sprache. Nicht, dass Lukonzo nicht schön klingt, aber einfach ist es wirklich nicht.
Lustig finde ich, dass "Ich verstehe nicht" auf Lukonzo "Singathayiteghererya" heißt, was laut meinem Sprachlehrer ja super einfach ist, weil's ja nur ein Wort für einen ganzen Satz ist. Ha ha. Viel Spaß bei dem Versuch, den Buchstabensalat mal auszusprechen.

Ich will euch trotzdem mal ein paar Alltags-Floskeln beibringen. Wenn ich zurück komme, haben wir dann eine "Geheim"sprache, die nur wir verstehen und alle Leute denken, es handelt sich um 'ne Verschwörungstheorie. Very cool, richtig?


  • Also, dass Wabukyire ("Wabutschire") 'Guten Morgen' heißt, habt ihr wahrscheinlich mittlerweile begriffen.
  • Wenn man eine Person ein zweites mal an einem Tag sieht oder 'Guten Nachmittag' sagen will, heißt das Wasibiri (ausgesprochen wie man's schreibt)
  • 'Wie gehts dir?' kann entweder Yiri wahe ("Jiri wahe") heißen oder Wuneyo (Ausgesprochen wie mans schreibt, aber mit einem stummen "w")
  • Die Antwort darauf ist Nimerembe ("Nimärämbä") oder Nibuholho ("Nibuhollo"), was beides so viel wie "Alles friedlich" heißt.
  • "Danke" heißt Wasingya ("Wuasintscha") und ist so das Wort, dass man hier am häufigsten hört. Danke fürs Kochen (Wasingya eritsumba - "Wuasintscha erizumba"), Danke fürs Kommen (Wasingya eryasa - "Wuasintscha erijasa"), Danke fürs Dankesagen (Wasingya erisima - "Wuasintscha erisima"), Vielen Dank, (Wasingya kutisbu - "Wuasintscha kutsibu")


So, das war jetzt mal eure erste Unterrichtsstunde, übt fleißig, beim nächsten Mal geht's weiter und wenn ich zurück in Deutschland bin, erwarte ich ein selbstgedichtes Lied auf Lukonzo.

Weiter im Programm. Gestern war ich mit einem Freund, der hier eine Ausbildung zum Tourguide macht, am Queen Elizabeth Nationalpark. Wir haben uns ein Auto samt Fahrer für den Tag gemietet (Gott, ich vermiss Autofahren, hätte mir mal einen internationalen Führerschein beantragen sollen, bevor ich hergekommen bin) und sind losgedüst, was ziemlich cool war, da seine Schule direkt am/im Park ist und er die ganzen guten Orte kennt. So haben wir Büffel, Paviane, Hippos, Antilopen und Flamingos aus nächster Nähe gesehen. Da ich schon öfter durch den Nationalpark gefahren bin, um Chiara zu besuchen (Sie wohnt praktisch am anderen Ende des Parks), hab ich schon das ein oder andere Mal Elefanten gesehen, nur leider immer mindestens so fünf Meter entfernt. Hatte die Hoffnung, dass wir gestern welche näher sehen, war aber leider nicht der Fall.
Trotzdem, war ein richtig toller Tag und ich hab mich noch ein Bisschen mehr in die Gegend hier verliebt.
Um euch ein Bisschen neidisch zu machen, kommen hier mal die Bilder von gestern:

Katwe-Lake, die Quadrate im Wasser dienen zur Salzgewinnung

Ein Pavian auf der Straße

Ein Pavian auf dem Auto

Eine Antilope

Büffel

Ein... See, whoop whoop!

Das Auto, das uns rumgeschippert hat und eine menschenleere Straße

Noch ein Büffel, guck mal wie niedlich der guckt!

Loch Ness

Flamingos mit Kühen

Flamingos ohne Kühe


Freitag, 2. Oktober 2015

Ameisenhaufen.

Huhu, Hi, Hallo,

ich bin endlich wieder in Kasese. Vorgestern musste ich nach Kampala, um meinen Pass fuer die Workpermit abzugeben und die eine Nacht in dieser Stadt hat mir schon wieder gereicht. Nicht nur, dass es mit dem Bus locker acht Stunden sind, mein Hauptproblem ist, dass Kampala einfach wahnsinnig stressig ist. Zumindest der Towncenter. Die Stadt sieht aus, wie ein uebergrosser Ameisenhaufen.Ein wimmelnder Ameisenhaufen aus Menschen, Bodas, Taxis und Autos. Die Gebaeude sind gigantisch, die Strassen viel zu eng fuer die ganzen Menschen. Klar, man hat eine riessige Auswahl, was gigantische (Ja, alles ist dort irgendwie gigantisch, das Wort triffts am besten) Supermaerkte angeht und es gibt hier sogar Nicht-Toastbrot und Kaese, das wars aber schon. Leben koennte ich in Kampala jedenfalls nicht, zumindest nicht in Zentrumnaehe. Jetzt begreif ich auch, wieso die anderen Volunteers zu mir meinten, dass man ab und zu aus Kasese raus muss. Um dann wieder zu wissen, warum man gern hier ist.
Kasese pulsiert nicht wie Kampala, alles ist ruhiger, heisser, leerer und nicht so hektisch.
Bodafahrten sind in Kampala uebrigens auch so ne Sache. Als ich den Bodafahrer gefragt habe, ob er weiss wo das Office fuer Internal Affairs ist, meinte er Ja. Nachdem wir eine halbe Stunde durch Kampala gerast (Ich hatte dezente Todesangst) sind - und ich haette schwoeren koennen dass wir an dem ein oder anderen Gebaeude zweimal vorbei sind - hatte er sich dann dazu durchgerungen einen anderen Bodafahrer zu fragen wo denn das Office ist. Nachdem dieser ihm das erklaert hatte, klang es so, als haette er das jetzt verstanden. Nachdem wir dann aber weitere zwanzig Minuten mehr oder weniger im Kreis gefahren sind, hat er es aufgegeben und gemeint, ich soll mit einem anderen Bodafahrer fahren, der mich dann auch schliesslich - nach knapp einer Stunde - zum Office bringen konnte.
Long Story short, Ich bin froh wieder hier zu sein. Kasese ist wunderschoen.
See you und meldet euch doch mal bei mir. Ich will Geschichten aus Deutschland hoeren, irgendwas belangloses!