Dienstag, 8. Dezember 2015

Kochen mit Lu

So ihr lieben Kartoffeln!

Heute gibt’s zwei leckere und einfache Rezept aus Kasese.

Nummero Uno: Chapati
Eigentlich ja indisch, aber gibt’s auch hier überall, in Restaurants, an Straßenständen – und neuerdings in meiner Küche. Sind nämlich super einfach selbst zu machen!
Ihr braucht im Prinzip nur: Mehl, Öl, Wasser und etwas Salz und optional noch Chilipulver.
Erstmal das Mehl eine Schüssel geben und mit dem Salz und evtl. Chilipulver vermischen. Dann langsam Wasser dazugeben, bis ein sehr zäher Teig entsteht (von der Konsistenz her ungefähr so wie roher Pizzateig, wenn nicht noch zäher), dann noch zwei oder drei Esslöffel Öl dazu und nochmal schön durchkneten. Jetzt lasst ihr den Teig zehn Minuten ziehen. Dann trennt ihr etwa eine handvoll Teig ab und rollte ihn auf einem mit Mehl bestäubten Brett aus. Sollte ungefähr so groß werden wie eure Pfanne und etwa einen Zentimeter dick – maximal.
Jetzt ab damit in die ungeölte (!) Pfanne und die Herdplatte auf eine eher kleine Flamme einstellen.
Wenn ihr das Gefühl habt, dass das Chapati stabil genug zum Wenden ist (so etwa nach ein bis vier Minuten, abhängig vom Herd), macht ihr das und wartet so lange, bis er auf beiden Seiten durch ist. Sollte ungefähr so aussehen wie Pfannkuchen, also leicht braun an manchen Stellen.
Dann nehmt ihr euch ein Papiertaschentuch her und tränkt das in Öl. Damit betupft ihr jetzt nocheinmal das Chapati und e voilá das wars auch schon. Geht schnell und schmeckt gut!

Dann, Rezept Nummer zwei; ein Guacamole-Nudelsalat, abgeschaut aus meinem Lieblingscafé Jambo hier in Kasese
Man nehme: ca zwei Hände voll Nudeln (obvious), eine reife Avocado, einen halben Apfel, eine kleine Karotte, eine große Tomate, eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer.
Zuerst kocht ihr die Nudeln, wies auf der Packung steht und lasst sie dann abkühlen. Während die Nudeln also abkühlen, bereitet ihr schonmal die Guacamole zu. Dafür löffelt ihr die Avocado aus und zermatscht sie, schält bzw. wascht die Tomate, Karotte, Zwiebel und den Apfel und schneidet sie in möglichst kleine Stückchen. Dann zerdrückt ihr eine Knoblauchzehe (wer kein Knoblauch mag – Karin - kann das natürlich auch gerne weglassen) und mischt auch die bei und schmeckt das ganze mit Salz und Pfeffer ab. Dann noch die kalten Nudeln dazu, alles gut vermischen und tadaa: Der beste Nudelsalat der Welt.

Fotos gibt’s heute nicht, weil ihr mit euren aufgedrehten Heizungen und Weihnachtsmannmützen vermutlich eh nur vor Neid platzen würdet.
Weihnachtlich ist es hier überhaupt nicht, dafür aber immer noch wunderschön. Über die Feiertage geht’s dann mi drei anderen Volunteers nach Tansania und über Silvester schippern wir nach Zanzibar über. Auf die lange Busreise freue ich mich eher weniger, auf Tansania dafür umso mehr.
Habt ein paar schöne, eiskalte Tage und lasst mal von euch hören.

Bukaghye!

Sonntag, 22. November 2015

Pauschaltourist. (Oder: Hippogucken 2.0)

Konitschiwa, liebe eisige Kartoffeln.
Ich hab gehört, es gab schon den ersten Schnee? Ich begreif immer noch nicht ganz, dass nun schon Ende November ist. Das wird der erste Winter ohne Schnee, das erste Weihnachten ohne Weihnachtsmänner, die die Fassaden der Einkaufsläden in der Fußgängerzone hochklettern. Und ich freu mich drauf! Ich hab mit ein paar anderen Freiwilligen zusammen geplant, über Weihnachten und Silvester nach Zanzibar zu fahren. Mal sehen, was letztendlich aus dem Plan wird, aber egal wie wir es verbringen, es wird definitiv das spektakulärste Weihnachten bisher.
Während ihr also fleißig Schnee schippt und Schals und Handschuhe raus kramt, genieße ich hier weiterhin die Sonne und die wunderbaren Moskitos, mit denen ich mir zahlreich meine Wohnung teile.
Mir geht’s hier immer noch mehr als gut und ich kann nicht ganz glauben, dass schon drei Monate rum sind. Gleichzeitig fühlt es sich wie eine Ewigkeit an, ich bin hier zuhause, Kasese ist mir vertraut und ich hoffe, dass sich die nächsten neun Monate wie eine Ewigkeit anfühlen werden. Der Gedanke, wieder am Münchner Flughafen anzukommen, ruft gemischte Gefühle hervor. Klar, es wird schön sein, Familie und Freunde wieder zu sehen, der alte vertraute Geruch, die alte vertraute Unfreundlichkeit und die alte vertraute Stadt. Aber jetzt im Moment freue ich mich mehr darüber hier zu sein, als über diesen Gedanken.
Gestern hab ich mich um fünf Uhr morgens aus dem Bett gequält, weil ich mit zwei anderen Freiwilligen aus Kasese Löwen-gucken gehen wollte. Mit anderen Worten: Ich war für einen Tag einer dieser Menschen, die man als Freiwilliger nach ein paar Wochen nur noch lächerlich findet, die mit ihren furchtbaren Tarnmuster-Klamotten, peinlichen Stoffhüten und dem albernen Ich-bin-ja-so-abenteuerlustig Getue im 4WD rumgeschippert werden, nur um danach zuhause Bilder zu zeigen und sagen zu können, man wäre in Afrika gewesen.
Entschuldigt die Beleidigungen, aber an und für sich halte ich von Safari-Touristen nicht so wirklich viel. Trotzdem war ich gestern einer davon. (Selbstverständlich ohne Tarnmuster und Hut!) Und es war toll. Löwen haben wir im Queen Elizabeth Nationalpark nicht gesehen, aber unser Guide hatte einen Minivan mit Schiebedach. Wir standen auf der Rückbank und haben aus dem Schiebedach rausgeschaut. Der Himmel war ziemlich beeindruckend zu der Zeit, graues Weltuntergangsflair hat sich mit weichem, sommerlichem Sonnenschein abgewechselt.
Wir waren wieder an einem Salzsee (?), so einem wie der Katwe-Lake, von dem ich euch letztes Mal ein Bild gezeigt habe.
Danach haben wir eine Bootstour gemacht, die das fast noch übertroffen hat. Wir lagen vorne auf dem Deck und das Wasserrauschen und der Ausblick waren unfassbar entspannend. Wir haben sehr viele Hippos und Wasserbüffel gesehen und als kleines Highlight auch eine Elefantenfamilie, die sich Am Kanalufer erfrischt hat.
Um ein Uhr waren wir dann fertig mit dem Programm und es hat sich angefühlt, als wären wir eine Ewigkeit unterwegs gewesen. Eine gute Ewigkeit.
War auf jeden Fall ein ziemlich eindrucksvoller Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Ich hoffe, die Fotos bringen das Erlebte zumindest annähernd gut rüber und ich hoffe auch, dass eure Heizungen alle funktionieren.

Auf bald!

Die Straße im Nationalpark mit Weltuntergangsflair

Viiiele Antilopen

Die Straße - schon nicht mehr ganz so Weltuntergangsmäßig

Der Vogel, der auch auf der ugandischen Flagge abgebildet ist
Baum + Vögel

Gruppenkuscheln

Der Salzsee

Ein Bisschen Paradies

THAT Look

Büffeldibüffedibüffel

Vogeldivogeldivogel

Ein ziemlich malerisches Kanu mit zwei Fischern

Der wohl entspannendste Platz der Welt auf dem Schiff

die wohl coolsten Tiere der Welt

Montag, 26. Oktober 2015

Hippogucken.

Wabukyire, meine lieben Kartoffeln,

Bevor's losgeht, erstmal liebe Grüße und ein fettes Danke an Hedi und Anna, von denen ich tatsächlich eine belanglose Email mit ein paar Infos aus Deutschland bekommen habe. Hab mich riesig gefreut!

Ich bin ja zur Zeit mehr oder weniger dabei, die Sprache hier, Lukonzo, zu lernen. Und was das angeht; die Sprache wäre der einzige Grund, wieso ich gern in der Umgebung von Kampala leben würde. Dort spricht man hauptsächlich Luganda, eine schön-klingende, seeeehr viel einfachere Sprache. Nicht, dass Lukonzo nicht schön klingt, aber einfach ist es wirklich nicht.
Lustig finde ich, dass "Ich verstehe nicht" auf Lukonzo "Singathayiteghererya" heißt, was laut meinem Sprachlehrer ja super einfach ist, weil's ja nur ein Wort für einen ganzen Satz ist. Ha ha. Viel Spaß bei dem Versuch, den Buchstabensalat mal auszusprechen.

Ich will euch trotzdem mal ein paar Alltags-Floskeln beibringen. Wenn ich zurück komme, haben wir dann eine "Geheim"sprache, die nur wir verstehen und alle Leute denken, es handelt sich um 'ne Verschwörungstheorie. Very cool, richtig?


  • Also, dass Wabukyire ("Wabutschire") 'Guten Morgen' heißt, habt ihr wahrscheinlich mittlerweile begriffen.
  • Wenn man eine Person ein zweites mal an einem Tag sieht oder 'Guten Nachmittag' sagen will, heißt das Wasibiri (ausgesprochen wie man's schreibt)
  • 'Wie gehts dir?' kann entweder Yiri wahe ("Jiri wahe") heißen oder Wuneyo (Ausgesprochen wie mans schreibt, aber mit einem stummen "w")
  • Die Antwort darauf ist Nimerembe ("Nimärämbä") oder Nibuholho ("Nibuhollo"), was beides so viel wie "Alles friedlich" heißt.
  • "Danke" heißt Wasingya ("Wuasintscha") und ist so das Wort, dass man hier am häufigsten hört. Danke fürs Kochen (Wasingya eritsumba - "Wuasintscha erizumba"), Danke fürs Kommen (Wasingya eryasa - "Wuasintscha erijasa"), Danke fürs Dankesagen (Wasingya erisima - "Wuasintscha erisima"), Vielen Dank, (Wasingya kutisbu - "Wuasintscha kutsibu")


So, das war jetzt mal eure erste Unterrichtsstunde, übt fleißig, beim nächsten Mal geht's weiter und wenn ich zurück in Deutschland bin, erwarte ich ein selbstgedichtes Lied auf Lukonzo.

Weiter im Programm. Gestern war ich mit einem Freund, der hier eine Ausbildung zum Tourguide macht, am Queen Elizabeth Nationalpark. Wir haben uns ein Auto samt Fahrer für den Tag gemietet (Gott, ich vermiss Autofahren, hätte mir mal einen internationalen Führerschein beantragen sollen, bevor ich hergekommen bin) und sind losgedüst, was ziemlich cool war, da seine Schule direkt am/im Park ist und er die ganzen guten Orte kennt. So haben wir Büffel, Paviane, Hippos, Antilopen und Flamingos aus nächster Nähe gesehen. Da ich schon öfter durch den Nationalpark gefahren bin, um Chiara zu besuchen (Sie wohnt praktisch am anderen Ende des Parks), hab ich schon das ein oder andere Mal Elefanten gesehen, nur leider immer mindestens so fünf Meter entfernt. Hatte die Hoffnung, dass wir gestern welche näher sehen, war aber leider nicht der Fall.
Trotzdem, war ein richtig toller Tag und ich hab mich noch ein Bisschen mehr in die Gegend hier verliebt.
Um euch ein Bisschen neidisch zu machen, kommen hier mal die Bilder von gestern:

Katwe-Lake, die Quadrate im Wasser dienen zur Salzgewinnung

Ein Pavian auf der Straße

Ein Pavian auf dem Auto

Eine Antilope

Büffel

Ein... See, whoop whoop!

Das Auto, das uns rumgeschippert hat und eine menschenleere Straße

Noch ein Büffel, guck mal wie niedlich der guckt!

Loch Ness

Flamingos mit Kühen

Flamingos ohne Kühe


Freitag, 2. Oktober 2015

Ameisenhaufen.

Huhu, Hi, Hallo,

ich bin endlich wieder in Kasese. Vorgestern musste ich nach Kampala, um meinen Pass fuer die Workpermit abzugeben und die eine Nacht in dieser Stadt hat mir schon wieder gereicht. Nicht nur, dass es mit dem Bus locker acht Stunden sind, mein Hauptproblem ist, dass Kampala einfach wahnsinnig stressig ist. Zumindest der Towncenter. Die Stadt sieht aus, wie ein uebergrosser Ameisenhaufen.Ein wimmelnder Ameisenhaufen aus Menschen, Bodas, Taxis und Autos. Die Gebaeude sind gigantisch, die Strassen viel zu eng fuer die ganzen Menschen. Klar, man hat eine riessige Auswahl, was gigantische (Ja, alles ist dort irgendwie gigantisch, das Wort triffts am besten) Supermaerkte angeht und es gibt hier sogar Nicht-Toastbrot und Kaese, das wars aber schon. Leben koennte ich in Kampala jedenfalls nicht, zumindest nicht in Zentrumnaehe. Jetzt begreif ich auch, wieso die anderen Volunteers zu mir meinten, dass man ab und zu aus Kasese raus muss. Um dann wieder zu wissen, warum man gern hier ist.
Kasese pulsiert nicht wie Kampala, alles ist ruhiger, heisser, leerer und nicht so hektisch.
Bodafahrten sind in Kampala uebrigens auch so ne Sache. Als ich den Bodafahrer gefragt habe, ob er weiss wo das Office fuer Internal Affairs ist, meinte er Ja. Nachdem wir eine halbe Stunde durch Kampala gerast (Ich hatte dezente Todesangst) sind - und ich haette schwoeren koennen dass wir an dem ein oder anderen Gebaeude zweimal vorbei sind - hatte er sich dann dazu durchgerungen einen anderen Bodafahrer zu fragen wo denn das Office ist. Nachdem dieser ihm das erklaert hatte, klang es so, als haette er das jetzt verstanden. Nachdem wir dann aber weitere zwanzig Minuten mehr oder weniger im Kreis gefahren sind, hat er es aufgegeben und gemeint, ich soll mit einem anderen Bodafahrer fahren, der mich dann auch schliesslich - nach knapp einer Stunde - zum Office bringen konnte.
Long Story short, Ich bin froh wieder hier zu sein. Kasese ist wunderschoen.
See you und meldet euch doch mal bei mir. Ich will Geschichten aus Deutschland hoeren, irgendwas belangloses!

Sonntag, 27. September 2015

Unfassbargluecklich.

Grüß Gott,
Was macht Deutschland? Schon einstellige Temperatur?
In Kasese hat die Regenzeit begonnen, es schüttet täglich, mal nur eine halbe Stunde, mal gefühlt unendlich lange. Der Regen und die Gewitter kühlen zum einen die sehr hohen Temperaturen etwas runter und geben ein wenig heimisches Deutschland-Flair, nerven zum andere aber auch etwas wenn man zum Markt oder irgendwo anders hin möchte, da auch Bodas bei den überschwemmten Straßen nicht mehr fahren.

Nichtsdestotrotz, ich fühle mich hier unfassbar wohl. In meinem Projekt hab ich endlich das Gefühl nutzvoll zu sein, ich versteh mich sehr gut mit den Leuten mit denen ich zusammen arbeite, hab tolle Freunde gefunden und bin einfach noch immer in diese wunderwunderschöne Stadt verliebt. Es ist nicht so, dass ich alles stehen und liegen lassen und für immer hier her ziehen wollen würde (dafür vermisse ich Käse und dunkles Brot schon jetzt viel zu sehr), aber ich fühl mich hier so wahnsinnig wohl und angekommen. Es ist die Art von Freiheit, die ich so noch nie hatte. Ich hätte um ehrlich zu sein nicht gedacht, dass ich so weit weg von allem Gewohnten und Vertrauten so leicht zurecht komme und mich trotzdem irgendwie zuhause fühle.
Lieber Freund, guter Bekannter oder liebes Familienmitglied: Ich wünschte du würdest mich besuchen kommen und in die Art von Freiheit, in dieses Leben hier mal rein schnuppern. Ich kann tausend Blogeinträge darüber verfassen wie es hier aussieht und wie schön es hier ist, aber niemand, der nicht hier war, wird das je wirklich verstehen.
Also, schwing die Hufe und ab nach Uganda, in die Perle von Afrika. Für Unterkunft und eine ganz neue Erfahrung ist gesorgt!
Und da ich weiß dass das vielleicht doch nicht so hufeschwingend-einfach ist, gibt es hier mal wieder eine Ladung Bilder aus meinem Leben, damit ihr zumindest ein paar Megapixel von Kasese seht.

Pasta bei Jambos *.*
Mein erster Kochversuch auf offenem Feuer im Garten 
Eine Kuhherde auf dem Weg zum Garten wie man sie hier oft sieht 
Mit Lauren auf dem Weg nach Kilembe (die schönste 30 minütige Bodafahrt die ich je hatte!)
Vorbei an den Schäden, die die Flut hinterlassen hat
Meine Marktausbeute
Ein zuckersüßer Ferkeltrupp vor dem Office

Mittwoch, 16. September 2015

Wohnungsanguckpost.

Wasibiri meine deutschen Kartoffeln, was macht die Kälte?

Heute wollte ich euch mal mein neues Heim vorstellen.
Okey, gelogen, eigentlich nur Schlaf- und "Vor"raum. Denn den ganzen Wohnkomplex enthalte ich euch mal lieber vor, da den auch noch zwei andere Menschen nutzen und ich nicht weiß, ob die das so gut finden wenn ich da Bilder von ins Netz stelle.
Die Küche hab ich übrigens doch für mich alleine; die und mein Klo/Duschkammer liegen allerdings nicht in meiner "Wohnung", sondern drei Meter vor der Tür. Heißt, um aufs Klo oder duschen zu gehen hab ich meinen Morgenmantel, damit der Guard (ab und zu sind auch seine Tochter, sein Sohn oder seine Frau da) oder mein Mitbewohner aus Kampala frühs meine mit Kissenabdrücken übersähte Haut nicht sehen müssen.
Das ist aber kein Drama, und mal kurz an die frische Luft zu müssen bevor ich mir frühs einen Kaffee mache, ist ja auch nichts Schlechtes.

Die Eingangstür, links daneben Schuhe, ein Helm (von wem auch immer)
Wir drehen uns ein bisschen nach links: mein Schreibtisch mit Kill Bill und Fotowand
Wir dreen uns noch weiter links und sehen... eigentlich nicht viel. Eine Kommode und....Gardinen?
Sooo aber jetzt! Das zweite Zimmer, mein Schlafzimmer
noch kleiner als mein WG-Zimmer in Deutschland, dafür mit...
...Prinzessin-likem Moskitonetz, Ventilator, Kleiderkiste (in der Ecke) und einer...
....super coolen Collage aus Zeitschriften die ich hier in der Wohnung gefunden habe - mit wunderbarer Hilfe vonFranzi und Chiara, zwei anderen Freiwilligen meiner Organisation 

Ich hoffe euch hat der kleine Rundblick gefallen und ihr weint nicht zu sehr, weil der Sommer jetzt vorbei ist und es sehr bald wieder sehr, sehr kalt und eklig wird. Also bei euch. Bei mir nicht.
See you!

Mittwoch, 2. September 2015

Fehlinformation.

Waboukiyre meine Lieben,

seit elf Tagen bin ich jetzt in Kasese und fühl mich hier mehr oder weniger wohl.

Mehr; weil ich die Stadt liebe und mit netten Menschen zu tun habe.
Weniger; weil ich mir meinen Schlafplatz mit einer Ratte (Die sich aber mieser Weise zwischen Decke und Dach versteckt und mich nur mit ihrem Nagen und Scharren verrückt macht - Unangenehm, wenn man wie ich ein Loch in der Decke hat und große Angst davor, dass dieses Monster dieses als Tür sieht und mich irgendwann morgens mal überrascht) teile und weil ich mich - noch - ziemlich nutzlos in meinem Projekt fühle.
Mein Chef ist toll, genauso die Farmer und das Gelände, aber mir wird deutlich gemacht, dass er schon jetzt die volle Ladung Eigeninitiative erwartet, irgendein kreatives Projekt, dass ich selbst auf die Beine stelle. Und an dieser Kreativität mangelt es mir scheinbar noch. 

Ich hoffe, dass sich das mit der Zeit einspielt und ich Ideen finde, aber noch kenn ich einfach zu wenig von Bio Gardens und der Arbeit meines Chefs, um was eigenes zu starten  und dackel brav den anderen hinterher um zu fragen, wo ich helfen kann.

Gerade sitze ich in dem Büro einer Partnerorganisation es schüttet aus Eimern. Und zwar richtig. 
Seit zwei Tagen gibt es immer wieder so einen dreißig-minütigen Regenschauer, den Rest des Tages ist meistens sehr warm.  
Aber, und jetzt komm ich zur Fehlinformation; Von allen Leuten, die bisher schonmal in Kasese waren, bekam ich immer nur zu hören - "Oh Kasese... It's hot and dusty!", kaum einer hat mir gesagt wie wunderschön die Stadt ist, mit den Bergen im Hintergrund, vielen kleinen Supermärkten, in denen man praktisch alles findet, was man denn so suchen könnte, teils sehr netten Menschen (kein Vergleich zur fränkischen "Offenheit") und dem vermutlich tollsten Café in Ostafrika: Jambo. 
Ja, es ist warm, sehr warm sogar, aber auch nicht heißer als ein sehr warmer Tag in Deutschland. Ich mag die Wärme. Wenn ich Bilder zeige, hab ich schon oft gehört, dass Kasese ein Bisschen aussieht wie aus einem Western-Film abgekupfert. Und ein Bisschen stimmt das auch, nur noch staubiger und mit Ziegen statt Kühen (Oder was in Western-Filmen sonst so rumläuft) auf der Straße-
Was ich hier außerdem liebe, sind die Bodafahrten, besonders die zum Garten (in dem ich dreimal die Woche bin) und wieder zurück. Da führt der Weg an Feldern vorbei, auf denen man vereinzelt Farmer sieht und - und ich werd nicht aufhören das zu erwähnen, bis ihr mir glaubt wie wunderschön das ist - die Berge im Hintergrund.
Wenn ich morgens hinter dem Bodafahrer auf dem Polster sitze, mit dieser tollen Kulisse, es ist noch angenehm "kühl", und zur Arbeit in den Garten fahr, fühl ich mich frei. 

Letzte Woche saß ich Freitagabend mit drei anderen Volunteers (zwei aus der USA, eine aus England) auf ein paar Bier in einer Bar und seit gestern hab ich auch noch einen neuen Mitbewohner, mit dem ich mir Küche und Wäscheleine teile. Einsam fühl ich mich also noch nicht, und ich glaube auch das wird noch ein ganzes Weilchen dauern.

Jetzt mal zum Essen.
Wenn ich mit meinem Chef und Mary Lunch esse auf der Arbeit oder auch in praktisch allen Restaurants und Haushalten, gibt es eigentlich immer das gleiche: Reis, Posho (eine Art Klumpen aus Reis- bzw. Maismehl), Süßkartoffeln, normale Kartoffeln, Matoke (Bananenbrei) oder Fleisch mit Erbsen-, Bohnen-, oder Erdnussoße.
Gewürzt wird hier eigentlich mit nicht viel anderem außer Salz. Mir schmeckts trotzdem gut, mal sehen wie lange noch, bis es mir zum Hals raushängt und ich mir aus Verzweiflung im Jambo eine Pizza bestelle (Die gibts da, genauso wie Pancakes und sämtliche Pastagerichte), höhö.

Typisches Streetfood ist hier Chapati (Fladenbrot, sieht aber eher aus wie Pfannkuchen), Fleischspieße, gegrillte Bananen und Rolex (Omelett in Chapati eingeroltl), was auch alles sehr lecker ist (besonders Rolex!).

Hier in Kasese gibts auch viele westliche Restaurants/Cafes, aber bisher komm ich, wie gesagt, mit dem local food sehr gut klar.

Mein Chef hat mir jetzt übrigens netterweise einen Sprachlehrer vermittelt und morgen hab ich meine erste Stunde - yeay!

Hier jetzt noch ein paar Eindrücke und damit bis nächstes mal, see you!


Der Arbeitsweg
Kasese bei Sturm und Gewitter


Der Garten

Die Bienenkästen im Garten - leider aber ohne Bienen

Sonntag, 23. August 2015

Angekommen.

Hallo!
Ich bin angekommen, in Kasese, in meiner Wohnung. Sie ist sehr klein und dunkel, aber ich werde sie mir schon noch so herrichten, dass es mir gefällt.
Auf dem Gelände lebt neben einer ominösen weiteren Person, die ich noch nicht gesehen habe, noch ein Guard und seine Frau, die richtig sympathisch wirken. Oh, und ein namenloser Hund, der mich heute morgen, als ich in die Küche gegangen bin mit Sicherheitsabstand angestarrt hat.
Gestern bin ich mit der Organisatiorin vorort und Chiara von Kampala aus Richtung Westugamda aufgebrochen. Zuerst haben wir Chiara abgesetzt  (ein kleines bisschen beneide ich sie, sie wohnt wunderbar ruhig und kühl) und sind dann nach Kasese weiter. Dabei sind wir mit einem Taxibus durch den Queen Elizabeth Nationalpark geholpert (Achterbahn ist nichts dagegen) und ich hab das erste mal Freilaufende Elefanten und andere Vierbeiner gesehen.
Kasese ist tatsächlich - wie mir auch schon oft gesagt wurde - hot and dusty. Die Straßen sind wüstenähnlich sandig und staubig, was samt Schweiß einen wunderbaren körnigen, klebrigen Film auf der Haut hinterlässt. Was ich bisher so von der Stadt gesehen habe, gefällt mir aber sehr. Viel entspannter und stressfreier als Kampala und in den Kiosks und Supermarkets in der nähe gibts fast alles was man so braucht.
So, das wars erstmal. Gleich holt mich eine Angestellte von biogardens ab und zeigt mir ein bisschen die stadt.
 Ich hab nur begrenztes Datenvolumen und das hochladen dauert jetzt vermutlich ewig.
Noch kurz zum schluss, ich hab jetzt eine neue ugandische nummer, wer die haben möchte, kann mich gern fragen.
See you later!

Dienstag, 18. August 2015

Glückskind.

Yeah, ich bin heute morgen tatsächlich unter einem Moskitonetz aufgewacht, mit dem lauten Rattern und Wummern des Ventilators, in Kampala. Kein Traum.
Nach einem leckeren Frühstück mit etwas scharfem afrikanischen Tee mit Milch haben wir uns ins Getummel geschlagen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Leute, ward ihr schon mal in Athen? Ich dachte mir dort schon, dass ich keine drei Tage im Straßenverkehr beziehungsweise überhaupt auf der Straße überleben werde. Kein Vergleich zu Kampala. Während es auf Athener Straßen noch Ampeln gibt, haben die Fahrer hier die Einstellung, dass Menschen schon schnell genug fliehen, wenn man auf sie zu fährt, ungefähr so wie Tauben. Und dann wird lieber nochmal extra Gas gegeben anstatt gebremst.
Ampeln? Hab ich nach sieben Stunden nur eine gesehen.
Kampala ist laut, voll (Und zwar nicht nur voll voll sondern sooo voll, dass ein Spaziergang durch die Stadt eher ein Parcour ist), staubig und vor allem einfach nur beeindruckend. Man findet in den kleinen Läden an der Straße praktisch alles, Bügeleisen, Kopierservice, Essen, Zigaretten, alles. An den kleinen Ständen gibt es etliche Handyvertragsanbieter und Datenvolumen-Freirubbel-Zettelchen (Sagt euch das was?).
Wir waren in einem sehr schönen, versteckten Buchladen, einem Crafts-Markt, auf dem es Taschen, Armbänder, tolle Gemälde und jede Menge andres Zeug gab. Nachdem wir uns SIM-Karten gekauft und ein Bisschen Großgroßgroßstadt erlebt haben, sind wir in eine Mall, haben uns leckeres Essen gekauft und das in einer Ecke in der Mall mit Palmen und einem kleinen Brunnen gegessen. Genau dort hab ich dann übrigens auch mein Handy verloren. Einfach liegen gelassen und vergessen. Ich Depp. Ist mir dann später auch aufgefallen, aber als ich nochmal zurückgegangen bin um es zu suchen, war's natürlich weg.
Ich werde mir wahrscheinlich in den nächsten Tagen ein neues kaufen, hab dann auch eine neue Nummer und eure Nummern (samt wunderschönen Bildern, die ich gestern Abend und heute gemacht habe) hab ich natürlich verloren. Heißt; wenn ihr Lust habt mit mir per Whatsapp in Kontakt zu bleiben, schreibt mir eure Nummer einfach per Facebook/E-Mail/Brieftaube/als Kommentar.

Noch kurz zu gestern:
Wir waren um elf Uhr abends am Flughafen in Entebbe und wurden dann in einem Minibus nach Kampala gefahren. Ich glaube ich saß die ganze Stunde Fahrt nur mit offenem Mund da und war so ziemlich überwältigt von allem, was ich so auf den Straßen gesehen habe. Den Verkehr hab ich ja schon angesprochen, aber die Menschengrüppchen an den Straßen, die Musik, die bunten Lichter und die ganzen schönen, kleinen Häuser am Straßenrand muss man einfach gesehen haben, um sich das richtig vorstellen zu können.

See you later!


Das Foto ist ca zwanzig Sekunden vor der Handy-liegen-lass-Eskapade entstanden
v.l.n.r. Ich, Franzi, Chiara

Sonntag, 16. August 2015

Aufbruch.

So, heute geht's los.
Nach einem ausgedehnten Abendessen mit meinen Lieblingsmenschen werde ich so gegen ein Uhr nachts nach München aufbrechen. Um sieben fliegt dort mein Flieger Richtung Brüssel ab, wo ich ein wenig Aufenthalt habe. Von dort aus dann weiter nach Entebbe, eine Stadt unterhalb Kampalas, der Hauptstadt von Uganda. Dort verbringen wir ein paar Tage als Gruppe, klären Organisatorisches und und und (Übrigens werde ich mir da auch eine neue SIM-Karte zulegen; heißt, falls du meine neue Nummer haben möchtest, schreib mir doch einfach eine E-Mail, 'ne Nachricht per Facebook oder optional eine Brieftaube).
Nach den fünf (oder waren's sieben?) Tage in Kampala geht's dann los in die jeweiligen Projekte, in meinem Fall also nach Kasese.

Das war jetzt nur ein grober Überblick über die nächsten Tage, ausführlichere Berichte gibt's wenn ich angekommen bin und auch endlich wirklich was zu erzählen habe.

See you later,
Lu